Die Postgeschichte von Speyer ...

...zählt philatelistisch zum Interessantesten und Vielseitigsten, was ein Pfälzer Ort zu bieten hat. Das liegt ohne Zweifel am 2000-jährigen Alter der Reichsstadt und an ihrer wechselvollen Geschichte. Weitere Punkte, die sich in der Philatelie niederschlagen haben sind: Standort an der mittelalterlichen Postroute Innsbruck-Mechelen, häufiger Besitzwechsel der Stadt, mal reichsdeutsch-kaiserlich, mal französisch, mal Thurn und Taxis (postalisch), mal bayerische Hauptstadt des Rheinkreises mit Oberpostamt und mal dem Deutschen Reich zugehörig, danach französische Zone, rheinland-pfälzisch und seit 1949 Bundespostgebiet.

Schon recht früh kaiserliches Reichspostamt, kann Speyer mit einer stattlichen Reihe von vorphilatelistischen Stempeln aufwarten, die teilweise heute überaus selten anzutreffen und gesucht sind. Die bayerische Zeit bescherte den Sammlern weitere klassische, begehrte Belege. Eine kulturelle Vielzahl von Anlässen sorgte für eine große Anzahl von Sonder- und Werbestempel, die eine Heimatsammlung hervorragend ergänzen. Auch die amtlichen und privaten Ganzsachen, letztere vornehmlich vom Briefmarkensammlerverein Speyer verausgabt, vervollständigen und beleben solch ein postgeschichtliches Exponat.

Der BSV Speyer hat ein Handbuch (164 DIN A4-Blätter, teils farbig) der Speyerer Postgeschichte herausgegeben, das von einigen seiner Mitglieder zusammengetragen, gegliedert und  geschrieben wurde. Zahlreiche Abbildungen ergänzen die vielen Fachartikel, eine chronologische Entwicklung der Post, ihre Räumlichkeiten und sonstigen Daten eröffnen den Band. Hauptsächlich finden sich aber alle Speyerer Stempel, beginnend 1709 mit der Vorphilatelie (25 Stück), weitergehend mit den Abschlägen der bayerischen Zeit (26 Stück), die Sonder- und Werbestempel (70 Stück) und die Maschinenstempel (70 Stück). Auch Stempel fremder Orte mit Bezug auf Speyer sind abgebildet ebenso die deutschen und ausländischen Briefmarken mit Belang zu Speyer. Amtliche und private Ganzsachen folgen und im Anhang gibt es noch einige Fachartikel und teils farbige Bilder zur Postgeschichte unserer Domstadt. Alles in Allem ist es ein dicker Ordner voll geworden. Interessenten können dieses Handbuch zum Selbstkostenpreis von 30,00 Euro erwerben. Bestellungen über die Internet-Adresse bzw. bei Herrn Harald Janssen, Rietburgstr. 3, 67360 Lingenfeld, Tel.: 06344/9697515.

Wie man leicht feststellen kann, ist also ein Sammler, der “nur” die Marken, Stempel und sonstige philatelistische Belege von Speyer zusammentragen will, vollauf in seinem Sammlerleben beschäftigt. Vieles ist nur sehr schwer zu bekommen, einiges ist recht teuer. Aber es macht auch ungeheueren Spaß, z.B. hinter die Geheimnisse der Stempellaufzeiten zu kommen oder gar eine Stempeltype bzw. Untertype zu entdecken, die nirgends beschrieben ist.

Anbei finden sich einige Stempel von Speyer aus allen Kategorien. Es handelt sich um sporadisch aufgenommenen Beispiele, die nur eine kleine Auswahl zeigen. Eine komplette Auflistung hier, würde den gesteckten Rahmen bei weitem sprengen.